Vorbereitung: Suchhilfen einrichten
- Piepser (Buzzer): In Betaflight kannst du einen Schalter mit dem Modus BEEPER belegen (dafür brauchst du einen Buzzer am Flight Controller oder den DShot-Beacon). Außerdem piept der Kopter automatisch, wenn das Funksignal fehlt – etwa, wenn du den Sender ausschaltest.
- Motor-Piepen (DShot-Beacon): Mit DShot-Reglern können die Motoren selbst piepen. Das funktioniert aber nur, solange der Akku angeschlossen ist und noch Spannung hat.
- Piepser mit eigenem Akku: Kleine Suchpiepser mit eingebautem Akku piepen weiter, auch wenn der Flugakku beim Absturz herausgeflogen ist (Erfahrungswert).
- GPS-Telemetrie: Hat der Kopter ein GPS-Modul, kann der Sender über die Telemetrie die Koordinaten anzeigen. In EdgeTX erscheinen veraltete Werte rot – das ist nach einem Absturz meist die letzte bekannte Position. Viele Sender können die Telemetrie zusätzlich auf die SD-Karte aufzeichnen, wenn du das vorher eingerichtet hast (in EdgeTX über die Spezialfunktion „SD Logs“).
- Kamera-Drohnen: Manche Hersteller-Apps zeigen die letzte bekannte Position der Drohne auf der Karte an, bei DJI etwa die Funktion „Find My Drone“.
- e-ID und Kontakt: Die e-ID (Betreibernummer) muss bei registrierungspflichtigen Drohnen ohnehin an die Drohne. Ein Finder kann dich darüber aber nicht selbst ermitteln – klebe zusätzlich einen Zettel mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse auf.
Wenn es passiert ist
- Ruhe bewahren und merken: Wo hast du die Drohne zuletzt gesehen? Richtung, markante Punkte, ungefähre Entfernung notieren.
- Telemetrie nicht löschen: Am Sender nicht „Telemetrie zurücksetzen“ – sonst ist die letzte GPS-Position weg. Koordinaten abfotografieren oder notieren.
- Videoaufzeichnung ansehen: Die Aufnahme in der Brille (DVR) zeigt oft die letzten Sekunden vor dem Absturz – Bäume, Felder, Gebäude helfen bei der Orientierung.
- Hinhören: Erst die GPS-Koordinaten notieren, dann den Sender ausschalten, damit der Piepser im Failsafe-Ton startet, und in der Umgebung lauschen. Steckt der Flugakku noch im Kopter, kannst du den Piepser auch per BEEPER-Schalter auslösen, sobald du wieder in Funkreichweite bist.
- Systematisch suchen: in Streifen gehen, bei hohem Bewuchs mit Helfern.
Liegt der Akku nach einem Absturz beschädigt oder aufgebläht, nicht weiter benutzen und sicher entsorgen – siehe LiPo-Akku laden und lagern.
Fremde Grundstücke, Bahn und Straße
- Nicht einfach betreten: Wer ohne Erlaubnis in ein eingezäuntes oder anders abgegrenztes Grundstück („befriedetes Besitztum“) eindringt, kann sich wegen Hausfriedensbruchs strafbar machen (§ 123 StGB). Frag den Eigentümer oder Besitzer.
- Du hast einen Anspruch: Der Besitzer eines Grundstücks muss dir erlauben, deine Sache aufzusuchen und wegzuholen (§ 867 BGB). Er darf aber Ersatz für dabei entstandene Schäden verlangen. Das heißt: Frag zuerst und hol die Drohne dann selbst – geh nicht ungefragt hinein. Droht ein Schaden, darf der Besitzer verlangen, dass du vorher eine Sicherheit leistest.
- Bahngleise: Niemals betreten – das ist verboten und lebensgefährlich. Informiere die Bundespolizei, kostenlos unter 0800 6 888 000, bei akuter Gefahr über 110.
- Autobahn und Straße: Nicht selbst auf die Fahrbahn gehen. Bei Gefahr für den Verkehr die Polizei unter 110 anrufen.
Gefunden – aber nicht deine?
Wer eine fremde Drohne findet und an sich nimmt, muss das dem Eigentümer unverzüglich anzeigen; ist er unbekannt, der zuständigen Behörde, meist dem Fundbüro (§ 965 BGB). Steht ein Kontakt auf der Drohne, melde dich direkt beim Eigentümer.
Schäden und Meldepflicht
- Sachschaden: Hat die Drohne etwas beschädigt, informiere den Geschädigten und deine Haftpflichtversicherung – siehe Drohnenversicherung.
- Meldepflicht: Wurde eine Person tödlich oder schwer verletzt oder war ein bemanntes Luftfahrzeug beteiligt, musst du das laut Luftfahrt-Bundesamt so schnell wie möglich, spätestens 72 Stunden, nachdem du davon erfahren hast, melden – über das europäische Meldeportal aviationreporting.eu (Behörde „Germany (CAA)“, Formular „UAS – Kategorie offen“). Unfälle und schwere Störungen gehen außerdem unverzüglich an die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU).