Akku & Elektronik

🔋 LiPo-Akku richtig laden, lagern und entsorgen

LiPo-Akkus liefern viel Leistung bei wenig Gewicht und sind deshalb der Standard im RC-Modellbau. Sie verzeihen aber keine groben Fehler: Überladen, Tiefentladen oder ein beschädigtes Gehäuse können den Akku zerstören und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. Mit wenigen festen Regeln bist du auf der sicheren Seite.

Alle Spannungen in diesem Ratgeber gelten für normale LiPo-Zellen und sind pro Zelle angegeben. Ein 3S-Akku hat drei Zellen in Reihe, die Werte verdreifachen sich also. Den LiPo-Akku-Rechner nutzt du, um sie für deinen Akku auszurechnen. Die Angaben des Akkuherstellers haben immer Vorrang.

Die wichtigsten Spannungen auf einen Blick

ZustandSpannung pro ZelleBedeutung
Voll geladen4,20 VLadeschluss; höher nie laden (bei LiHV-Akkus 4,35 V)
Nennspannung3,7 VRechenwert für Leistung und Wattstunden
Lagerung3,80–3,85 VLagerprogramm des Ladegeräts; vorsichtiger sind 3,70–3,75 V
Nach der Fahrt (ohne Last)nicht dauerhaft unter 3,70 VZeichen, dass du rund 80 % genutzt hast
Unter Lastnicht unter 3,3 Vauch nicht kurzzeitig; tiefer schädigt die Zellen
Ausgelieferter Neuakkuab 3,6 V, Zellen max. 0,05 V auseinandersonst beim Händler reklamieren

Stelle die Abschaltspannung (Low Voltage Cut-Off) deines Reglers auf LiPo ein und verlass dich trotzdem nicht allein darauf. Eine Stoppuhr im Sender oder ein Spannungsalarm am Akku sind die bessere Absicherung.

Richtig laden

Lade LiPos nur mit einem Ladegerät für Lithium-Akkus im LiPo-Programm und immer über den Balancer-Anschluss. Der Balancer gleicht die Zellen beim Laden aneinander an, damit keine einzelne Zelle über 4,2 V steigt. Prüfe vor jedem Start, dass Zellenzahl und Ladestrom stimmen.

Als Ladestrom hat sich 1C bewährt: der Strom in Ampere, der der Kapazität entspricht. Ein 5000-mAh-Akku wird also mit 5 A geladen. Höhere Ladeströme sind nur erlaubt, wenn der Hersteller sie freigibt, und verkürzen meist die Lebensdauer. Ist der Akku kälter als etwa 10 °C, lädst du deutlich langsamer, typisch mit 0,2 bis 0,5C. Einen heißen Akku direkt nach der Fahrt lässt du erst abkühlen.

  • Nie unbeaufsichtigt laden, nicht über Nacht und nicht im Auto.
  • Auf nicht brennbarem Untergrund laden, zum Beispiel auf Fliesen, Stein oder in einem LiPo-Safe oder Ladekoffer.
  • Aufgeblähte, beschädigte oder stark ungleich geladene Akkus nicht mehr laden.
  • Akkus nach der Fahrt sofort vom Modell abstecken. Auch ausgeschaltete Regler ziehen einen kleinen Ruhestrom und können den Akku tiefentladen.

Schonend entladen

Für die Lebensdauer ist die Belastung im Modell wichtiger als jede Einfahrprozedur. Entnimm höchstens rund 80 % der Kapazität. Bei einem 5000-mAh-Akku solltest du nach der Fahrt also etwa 4000 mAh nachladen können; das Ladegerät zeigt die geladene Menge an. Taste dich mit kurzen Fahrten an die richtige Fahrzeit heran und stell dann einen Timer.

Wird der Akku beim Fahren heißer als etwa 60 °C, ist er überlastet. Dann hilft ein Akku mit mehr Kapazität oder höherer C-Rate, eine kürzere Übersetzung oder ein anderer Fahrstil. Wie sich Ritzel und Akku auf die Belastung auswirken, zeigt der Geschwindigkeits- und Übersetzungsrechner.

Bei Kälte sinkt die Leistung spürbar: Unter etwa 18 °C liefert ein LiPo nicht mehr seine volle Leistung, um 10 °C nur noch einen Bruchteil davon. Im Winter helfen vorgewärmte Akkus und kürzere Fahrten.

Richtig lagern

Lagere LiPos nie voll geladen und nie leer, auch nicht nur über ein paar Nächte. Für eine Pause ab etwa zwei Tagen bringst du sie mit dem Lagerprogramm (Storage) des Ladegeräts auf rund 3,8 V pro Zelle. Wer besonders vorsichtig sein will, lagert bei 3,70 bis 3,75 V: Dann ist weniger Energie im Akku, falls doch einmal etwas passiert.

Lagere die Akkus kühl, trocken und geschützt, am besten in einem feuerfesten LiPo-Safe, einer Metallkiste ohne luftdichte Dichtung, fern von brennbaren Materialien. Prüfe die Spannung etwa einmal im Monat und lade nach, wenn sie sich 3,65 V pro Zelle nähert.

Wer am Wochenende spontan fahren will, lädt unter der Woche nur auf etwa 4,1 V pro Zelle vor und kurz vor dem Einsatz voll. So bleibt der Akku nicht tagelang bei 4,2 V.

Aufgebläht oder beschädigt: Was tun?

Ein aufgeblähter Akku („Pillow“) hat Gas gebildet und ist chemisch geschädigt. Verwende ihn nicht mehr, lade ihn nicht mehr und lagere ihn bis zur Entsorgung an einem sicheren, nicht brennbaren Ort. Dasselbe gilt für Akkus mit Dellen, Rissen oder beschädigten Kabeln nach einem Unfall.

Brennt ein LiPo, halte Abstand, lüfte und ruf im Zweifel die Feuerwehr. Kleine Akkus lassen sich mit viel Sand abdecken. Versuche nie, einen brennenden Akku in die Hand zu nehmen.

LiPo-Akkus entsorgen

  1. Den Akku gut lesbar als LiPo beschriften.
  2. Mit dem Entladeprogramm des Ladegeräts auf etwa 3,0 V pro Zelle entladen.
  3. Kabel einzeln direkt am Gehäuse abschneiden und jedes Kabelende mit Klebeband isolieren.
  4. Beim Fachhändler oder an einer Batterie-Sammelstelle, zum Beispiel auf dem Wertstoffhof, abgeben. LiPos gehören nie in den Hausmüll.

Mit LiPos verreisen

Lose LiPo-Akkus gelten im Flugzeug als Lithium-Ersatzbatterien: Sie dürfen nur ins Handgepäck, nie ins aufgegebene Gepäck. Bis 100 Wh sind sie erlaubt, von über 100 bis 160 Wh nur mit Genehmigung der Fluggesellschaft und höchstens zwei Stück pro Person, darüber gar nicht. Die Pole müssen gegen Kurzschluss gesichert sein. Die Wattstunden deines Akkus berechnet der LiPo-Akku-Rechner. Fluggesellschaften dürfen strengere Regeln haben, frag vor dem Flug nach.

Häufige Fragen

Welche Lagerspannung ist für LiPo-Akkus richtig?

Üblich sind 3,80 bis 3,85 V pro Zelle, die das Lagerprogramm der meisten Ladegeräte einstellt. Etwas sicherer sind 3,70 bis 3,75 V. Unter 3,65 V sollte ein gelagerter Akku nicht fallen.

Wie tief darf ich einen LiPo entladen?

Unter Last nicht unter 3,3 V pro Zelle, nach der Fahrt in Ruhe gemessen nicht dauerhaft unter 3,7 V. Als Faustregel nutzt du höchstens 80 % der Kapazität.

Kann ich einen LiPo über Nacht laden?

Nein. LiPos lädst du nur unter Aufsicht und auf nicht brennbarem Untergrund.

Wie lange hält ein LiPo-Akku?

Bei richtiger Behandlung je nach Belastung meist 150 bis 200 Ladezyklen. Überlastung und falsche Lagerung verkürzen die Lebensdauer stärker als häufiges Benutzen.

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