Wie ein Nurflügel fliegt
- Elevons: Statt getrennter Quer- und Höhenruder hat ein Nurflügel zwei Ruder an der Hinterkante, die beide Aufgaben übernehmen. Bewegen sie sich gleichsinnig, wirken sie als Höhenruder, gegensinnig als Querruder.
- Gepfeilter Nurflügel: Die Flügel sind nach hinten gepfeilt. Zusammen mit einer Verwindung der Flügelenden (Schränkung), einem passenden Profil oder leicht hochgestellten Rudern ersetzt das die Wirkung des Höhenleitwerks.
- Brett-Nurflügel: Ein ungepfeilter Nurflügel braucht ein Profil mit S-Schlag: Die Hinterkante ist leicht nach oben gebogen. Dadurch fliegt er ohne hochgestellte Ruder im Gleichgewicht. Stabil wird er aber erst durch den richtigen Schwerpunkt.
Der Schwerpunkt ist entscheidend
Beim Nurflügel liegt der Schwerpunkt deutlich weiter vorn als bei einem Modell mit Leitwerk – als Faustregel bei etwa 15 bis 20 % der mittleren aerodynamischen Flügeltiefe. Liegt er zu weit hinten, wird der Nurflügel instabil und kaum steuerbar; zu weit vorn fliegt er träge und braucht viel Höhenruder. Die Herstellerangabe hat immer Vorrang.
Den Schwerpunkt eines gepfeilten Flügels berechnest du mit dem Schwerpunkt-Rechner: Spannweite, Wurzel- und Endtiefe sowie die Rücklage der Vorderkante eingeben, Schwerpunktlage 15 bis 20 %.
Elevon-Mischer im Sender einstellen
- Neues Modell anlegen. In EdgeTX hilft der Modell-Assistent: Auf Sendern mit Farbdisplay wählst du die Vorlage „Wing“, auf Schwarzweiß-Sendern den Typ „Delta“. Er legt den Mischer automatisch an: Jedes Elevon erhält je zur Hälfte Höhen- und Querruder.
- Ohne Assistent: zwei Mischer anlegen – für jedes Ruder Höhe plus bzw. minus Quer.
- Prüfen: Höhenruder-Stick zu dir – beide Ruder gehen nach oben. Querruder-Stick nach links – linkes Ruder hoch, rechtes runter.
- Läuft ein Ruder falsch, das Vorzeichen im Mischer ändern oder den Ausgang umkehren.
- Die Ruderausschläge nach Anleitung einstellen und für die ersten Flüge kleine Ausschläge wählen.
Wurfstart
- Schwerpunkt, Ruderrichtungen und neutrale Ruderstellung prüfen.
- Gas nach Anleitung geben und den Nurflügel kräftig, mit waagerechten Flächen und höchstens leicht ansteigend gegen den Wind werfen – nicht steil nach oben.
- Typische Fehler (Erfahrungswert): zu steil nach oben werfen, den Flügel Richtung Boden werfen oder aus dem Handgelenk schleudern.
- Nach dem Start flach Fahrt aufnehmen lassen, erst dann steigen.
Bei Nurflügeln mit Druckpropeller hinten muss die Hand nach dem Abwurf sofort aus dem Propellerkreis. Manche Flugcontroller können den Motor erst nach dem Wurf starten.
Robust, schnell oder FPV?
- Robuste Nurflügel: Schaum aus EPP ist sehr zäh und steckt Bodenkontakte gut weg. Multiplex beschreibt seinen FunWing (Elapor-Flächen mit EPP-Nasenleiste und -Kanten) als besonders crashfest; auch fortgeschrittene Einsteiger kommen laut Hersteller schnell damit zurecht.
- Schnelle Nurflügel: Viele Nurflügel sind sehr schnell – kein Einstiegsmodell. Achte auf die Einstufung des Herstellers.
- FPV-Nurflügel: Auch für FPV gibt es Nurflügel, manche mit Platz für Flugcontroller und GPS. Die Regeln für FPV gelten auch hier – siehe FPV-Einstieg.