1. Am Basteltisch
- Schwerpunkt nach Anleitung einstellen, mit eingesetztem Akku. Fehlt die Angabe, hilft der Schwerpunkt-Rechner. Im Zweifel lieber etwas kopflastig.
- Ruderrichtungen prüfen (von hinten aufs Modell schauen): Höhenruder-Stick zu dir – Höhenruder geht hoch. Querruder-Stick nach rechts – rechtes Querruder hoch, linkes runter. Seitenruder-Stick nach rechts – Seitenruder nach rechts. Falsche Richtung im Sender umkehren (Servo-Reverse).
- Ruderausschläge nach Anleitung messen und einstellen, an der breitesten Stelle des Ruders. Die ersten Flüge mit kleinen Ausschlägen (Low Rate bzw. Dual Rate) fliegen; Expo macht die Steuerung um die Mitte weicher (je nach Sender mit positivem oder negativem Vorzeichen).
- Neutralstellung: Alle Ruder stehen bei mittigen Sticks und mittiger Trimmung gerade. Wenn nicht, mechanisch am Gestänge nachstellen.
- Mechanik: Ruderhörner, Gabelköpfe und Schrauben fest, kein spürbares Spiel in den Rudern, Scharniere leichtgängig.
- Einstellwinkel: Bei Bausätzen die Einstellwinkeldifferenz (EWD) zwischen Flügel und Höhenleitwerk nach Bauanleitung prüfen.
- Antrieb: Drehrichtung prüfen, erst dann Propeller montieren und festziehen. Strom bei Vollgas messen – siehe Antrieb auslegen.
- Failsafe: Propeller ab, Motor anlaufen lassen, Sender ausschalten: Der Motor muss stoppen. Bei vielen Empfängern wird die Failsafe-Stellung beim Binden gespeichert.
2. Reichweitentest
Vor jedem Flugtag, besonders mit einem neuen Modell, prüfst du die Funkverbindung mit dem Reichweitentest (Range Check) deines Senders. Dabei sendet er mit stark reduzierter Leistung.
- Modell sichern oder festhalten lassen. Je nach Hersteller steht es dabei am Boden oder etwa 60 cm hoch auf einer nichtleitenden Unterlage, zum Beispiel einer Holzkiste. Maßgeblich ist die Anleitung deines Senders.
- Range-Check-Modus am Sender aktivieren. Hat dein Sender keinen solchen Modus, findest du in seiner Anleitung, wie du die Verbindung prüfst.
- Etwa 30 m bzw. 30 Schritte weggehen, wie es die Hersteller angeben, und dabei Ruder und Gas betätigen.
- Alle Funktionen müssen ohne Aussetzer reagieren. Wenn nicht: Antennenverlegung prüfen und nicht fliegen.
Metallzäune, Beton und Bäume können das Ergebnis durch Reflexionen verfälschen. Mach den Test auf freiem Gelände.
3. Am Flugplatz
- Wetter: möglichst wenig Wind, gute Sicht. Für den Erstflug lieber einen ruhigen Tag abwarten.
- Platz: große freie Fläche ohne Menschen, Bäume und Leitungen. Im Verein mit dem Flugleiter absprechen.
- Akkus: Flug- und Senderakku voll geladen. Timer am Sender stellen, für den Erstflug eher kurz, etwa 5 Minuten.
- Helfer: Ein erfahrener Pilot, der beim Erstflug fliegt oder danebensteht, ist Gold wert – oder lässt dich im Lehrer-Schüler-Betrieb fliegen.
- Letzter Check: Ruder kurz durchbewegen, Propeller fest, Akku sicher befestigt, Schwerpunkt mit diesem Akku stimmt.
4. Erstflug und Trimmen
- Gegen den Wind starten – vom Boden oder per Hand mit Vollgas (wenn die Anleitung nichts anderes sagt), kräftig und waagerecht bis leicht nach oben geworfen, Flügel waagerecht.
- Gerade steigen, erst ab etwa 15 m Höhe vorsichtig wegdrehen.
- In etwa 30 m Höhe bei halbem Gas geradeaus fliegen, Sticks neutral: Zieht das Modell zur Seite, nach oben oder unten, mit der Trimmung korrigieren.
- Große, ruhige Kreise und Achten fliegen, das Verhalten beobachten.
- Wenn du sicher fliegst und genug Höhe hast: Gas zurücknehmen und die Nase nur so weit anheben, dass das Modell langsamer wird – ohne den Knüppel ganz durchzuziehen. Sobald es schwammig wird oder eine Fläche absackt, Höhenruder nachlassen und Gas geben. So kennst du vor der Landung das Verhalten bei geringer Geschwindigkeit. Mach das beim ersten Mal besser mit einem erfahrenen Piloten daneben.
- Landen, bevor der Timer abläuft.
5. Landen
- Gegen den Wind anfliegen, in einem langen, flachen Anflug.
- Gas rechtzeitig zurücknehmen, Geschwindigkeit halten – nicht zu langsam werden.
- Kurz über dem Boden das Höhenruder sanft ziehen, damit das Modell ausschwebt und weich aufsetzt.
- Lieber durchstarten (Gas geben, neu anfliegen) als eine verkorkste Landung erzwingen.
- Segler mit Wölbklappen landen mit Butterfly-Stellung steiler und kürzer – siehe Einstieg in den Segelflug.
6. Nach dem Flug
- Gas-Aus aktivieren, Akku abstecken und aus dem Modell nehmen.
- Trimmung übertragen: Ausschlag notieren, Sendertrimmung auf Mitte stellen und das Gestänge so nachstellen, dass das Ruder die erflogene Stellung hält. So bleibt der volle Servoweg erhalten.
- Motor, Regler und Akku auf Temperatur prüfen – warm ist in Ordnung, heiß nicht.
- Modell auf Schäden prüfen. Schaumstoffmodelle nicht in der Sonne oder im heißen Auto liegen lassen.
- Fliegst du in den nächsten Tagen nicht, bringst du die LiPos auf Lagerspannung – siehe LiPo-Akku laden und lagern.