Stand Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Auskunft deines Fischereivereins oder der zuständigen Behörde.
Was ein Futterboot kann
- Futterbehälter: ein oder mehrere Behälter, die sich per Fernsteuerung öffnen und das Futter am Zielort abwerfen.
- Köderablage: Die Montage wird am Boot eingehängt und am Zielort ausgelöst; die Schnur läuft dabei von der Rute ab.
- GPS und Autopilot: Bei vielen Booten speicherst du Futterplätze als Wegpunkte; das Boot fährt sie selbstständig an und kehrt zum Startpunkt zurück. Manche Modelle fahren auch automatisch zurück, wenn das Signal abreißt oder der Akku schwach wird.
- Echolot (Fischfinder): zeigt Wassertiefe, Bodenstruktur und teils Fische auf einem Display oder in einer App.
- Reichweite: Herstellerangaben liegen je nach Modell bei einigen hundert Metern. Prüfe, ob das zu deinem Gewässer passt.
- Die Funktionen beruhen auf Herstellerangaben und unterscheiden sich je nach Modell.
Worauf du beim Kauf achtest
- Erlaubnis zuerst: Kläre vor dem Kauf, ob du an deinen Gewässern überhaupt ein Futterboot einsetzen darfst (siehe unten).
- Akku und Laufzeit: Futterboote nutzen meist Lithium-Akkus. Laufzeit, Ladezeit und Ersatzakkus sollten zu deinen Angeltagen passen. Wie du Lithium-Akkus sicher lädst und lagerst, steht in LiPo-Akku laden und lagern.
- Funk: Viele Boote funken auf 2,4 GHz, manche auf 433 MHz. Das Gerät muss das CE-Kennzeichen tragen; nur Funkanlagen, die dem Funkanlagengesetz entsprechen, dürfen betrieben werden. Mehr in Fernsteuerung wählen.
- Rumpf und Stabilität: Bei Wind und Wellen muss das Boot stabil bleiben; Abdeckungen sollten die Elektronik vor Spritzwasser schützen.
- Service und Ersatzteile: Bei Geräten mit viel Elektronik zahlt sich ein erreichbarer Händler oder Hersteller aus.
Darf ich ein Futterboot benutzen?
Eine bundesweite Regel gibt es nicht. Entscheidend sind drei Ebenen:
- Landesfischereirecht: In den Fischereiverordnungen von Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen werden Futterboote nicht ausdrücklich genannt. Bayern verbietet das Fischen unter anderem mit „Drohnen“ (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 AVBayFiG); ob ein Futterboot darunterfällt, solltest du vorher bei der Kreisverwaltungsbehörde oder dem Fischereiberechtigten klären.
- Gewässerordnung: In der Praxis entscheidet meist die Gewässerordnung des Vereins oder Pächters. Manche verbieten Futterboote ausdrücklich – etwa der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO): Laut Nr. 2.6 seiner Gewässerordnung dürfen Köder und Futter nur in Wurfweite ausgebracht werden, das Ausbringen des Köders mit technischen Hilfsmitteln (Boote, Futterboote, Drohnen) ist untersagt. Andere Ordnungen nennen Futterboote gar nicht – dann frag nach, bevor du losfährst.
- Wasser- und Naturschutzrecht: Für das Boot selbst gelten die Regeln für Modellboote – in Bayern etwa sind Modellboote mit Elektroantrieb in Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebieten unzulässig. Details im Ratgeber RC-Boot für Anfänger.
Frag vor dem ersten Einsatz beim Verein oder Gewässerwart nach und lies den Erlaubnisschein genau. Auch Echolote können eingeschränkt sein – der BVO etwa verbietet Live-Sonar (Echtzeit-Echolote) vollständig.
Sicher und rücksichtsvoll fahren
- Nicht über die Schnüre anderer Angler fahren und Abstand zu Badegästen, Booten und Wasservögeln halten.
- Nur so viel füttern, wie die Gewässerordnung erlaubt – manche Gewässer begrenzen die Futtermenge.
- Bleibt das Boot liegen, nicht hinterherschwimmen. Viele Boote kehren bei schwachem Akku automatisch zurück; plane trotzdem eine Rückholmöglichkeit ein.
- Nach dem Einsatz Akku herausnehmen, Boot trocknen und Futterreste entfernen.