Bugrad oder Spornrad?
| Fahrwerk | Aufbau | Verhalten am Boden |
|---|---|---|
| Bugrad (Dreibein) | Hauptfahrwerk hinter dem Schwerpunkt, gelenktes Rad vorn | läuft stabil geradeaus, leichter zu beherrschen – typisch für Trainer |
| Spornrad (Heckrad) | Hauptfahrwerk vor dem Schwerpunkt, kleines Rad oder Sporn am Heck | richtungsinstabil: eine begonnene Drehung verstärkt sich von selbst – typisch für Warbirds und Oldtimer |
Bei vielen Modellen ist das Bugrad mit dem Seitenruder gekoppelt. Läuft das Modell beim Rollen schief, gleichst du das mit der Seitenrudertrimmung aus und überträgst sie danach mechanisch aufs Gestänge.
Start mit Bugrad
- Gegen den Wind ausrichten, kleine Ruderausschläge (Low Rate) wählen.
- Gas gleichmäßig erhöhen und mit kleinen Seitenruderausschlägen geradeaus halten.
- Wenn das Modell genug Fahrt hat, sanft am Höhenruder ziehen, bis sich das Bugrad hebt und das Modell abhebt („Rotieren“). Nicht zu stark ziehen – das verzögert den Start eher.
- Flach weitersteigen, erst in sicherer Höhe Kurven fliegen.
Start mit Spornrad
- Gegen den Wind ausrichten, kleine Ausschläge (Low Rate) wählen. Auf Gras zu Beginn etwas Höhenruder halten, damit das Modell nicht auf die Nase kippt.
- Gas gleichmäßig erhöhen. Das Modell zieht durch Drehmoment, Propellerstrahl, Kreiselwirkung und P-Faktor meist nach links – mit dem Seitenruder gegenhalten.
- Mit zunehmender Fahrt das Höhenruder freigeben und das Heck mit sanftem Tiefenruder anheben. Beim Absenken der Nase giert das Flugzeug durch die Kreiselwirkung des Propellers zusätzlich nach links – nicht ruckartig drücken.
- Die Lage halten und das Tiefenruder dabei allmählich zurücknehmen. Hat das Modell genug Fahrt, ziehst du sanft am Höhenruder, bis es abhebt – so steht es auch in den Herstelleranleitungen, etwa der Corsair.
Seitenruder lieber kurz und deutlich als lange geben: Laut FAA entstehen Schäden selten durch zu viel Seitenruder, sondern dadurch, dass es zu lange gehalten wird.
Landung
- Anflug: gegen den Wind, lang und flach, mit etwas Gas im Sinkflug.
- Bugrad: kurz über dem Boden abfangen, sodass die Haupträder zuerst aufsetzen. Danach nicht zu viel ziehen, sonst hebt das Modell wieder ab. Springt es hoch, leicht Gas geben oder durchstarten.
- Spornrad: gerade und ohne Schieben aufsetzen, danach das Höhenruder gezogen halten und das Seitenruder aktiv nutzen, bis das Modell langsam ist.
- Am Boden: keine engen Kurven bei hoher Rollgeschwindigkeit, sonst schleift eine Flächenspitze.
Ground Loop: das typische Spornrad-Problem
Ein Ground Loop ist eine unkontrollierte Drehung eines Spornrad-Flugzeugs am Boden – beim Rollen, Starten oder Landen. Er beginnt mit einem kleinen Ausbrechen, das zu lange laufen gelassen wird, etwa nach schrägem Aufsetzen, einer zu schnellen Kurve oder einer weichen Stelle unter einem Rad. Dabei schleift eine Fläche über den Boden, im schlimmsten Fall knickt ein Fahrwerksbein weg. Vorbeugen: gerade aufsetzen, langsam rollen und bei einem Ausbrechen sofort deutlich Seitenruder geben – und es wieder wegnehmen, sobald das Modell reagiert.
Gras, Asphalt und Seitenwind
- Gras und Asphalt: Als Faustregel rollt das Modell auf Asphalt leichter und weiter, auf Gras bremst es stärker und braucht mehr Gas zum Rollen.
- Spornrad auf Gras: nach dem Aufsetzen und beim Rollen das Höhenruder voll gezogen halten, damit sich das Modell nicht überschlägt (so die E-flite-Anleitungen). Beim Bugrad leicht ziehen, damit sich das Bugrad nicht eingräbt.
- Seitenwind: Spornrad-Flugzeuge drehen am Boden stärker in den Wind. Im Anflug den Drift ausgleichen, indem du die Fläche auf der Windseite leicht hängen lässt und mit dem Seitenruder die Nase in Pistenrichtung hältst. Dann setzt das Rad auf der Windseite zuerst auf. Beim Ausrollen das Querruder in den Wind halten.
Fahrwerk pflegen
- Räder müssen frei drehen, Stellringe fest sitzen.
- Verbogene Fahrwerksdrähte vorsichtig richten oder ersetzen; viele Hersteller bieten sie als Ersatzteil an.
- Nach harten Landungen prüfen, ob die Fahrwerksaufnahme im Rumpf noch fest ist.