Bevor du umsteigst
- Trainer sicher fliegen: Start, Landung und Orientierung müssen sitzen – auch beim Anflug auf dich zu. Wie du dahin kommst, steht im Ratgeber RC-Flugzeug für Anfänger.
- Zwischenschritt Tiefdecker: Viele Piloten fliegen zuerst einen Hochdecker-Trainer und steigen dann auf einen gutmütigen Tiefdecker-Trainer um, bevor sie einen Scale-Warbird fliegen.
- Herstellereinstufung beachten: Horizon Hobby stuft seine Modelle von Stufe 1 (Trainer) bis Stufe 5 (Experte) ein. Ein T-28 Trojan mit 1,1 m und Bugrad liegt bei Stufe 2, Warbirds wie P-51D Mustang, Corsair oder P-47 mit 1,2 m bei Stufe 3, große Benzin-Warbirds bei Stufe 4.
- Simulator: Übe den Warbird vorher im Simulator, viele Programme haben passende Modelle.
Was einen Warbird anspruchsvoller macht
- Tiefdecker: Der Flügel sitzt unten am Rumpf. Das Modell richtet sich weniger von selbst auf, weil Tiefdecker meist weniger V-Form haben, und reagiert direkter auf Querruder.
- Mehr Gewicht pro Flügelfläche: Warbirds fliegen und landen schneller als Trainer. Wie hoch die Flächenbelastung deines Modells ist, zeigt der Schwerpunkt- und Flächenbelastungs-Rechner.
- Abkippen im Langsamflug: Wird ein Warbird zu langsam, kann er – vor allem mit stark zugespitzten Flügeln – über eine Fläche abkippen. Erfahrene Piloten halten deshalb im Landeanflug etwas Gas und Fahrt.
- Drehmoment beim Start: Das Drehmoment des Motors, der verdrallte Propellerstrahl, die Kreiselwirkung des Propellers und ungleich angeströmte Propellerblätter (P-Faktor) ziehen das Flugzeug zur Seite – bei den meisten Modellen nach links. Du hältst mit dem Seitenruder dagegen.
- Großer Propeller, wenig Bodenfreiheit: Berührt der Propeller den Boden, sofort Gas weg – so steht es auch in den Herstelleranleitungen.
Hilfe durch Stabilisierung
Viele aktuelle Schaumstoff-Warbirds haben – in der BNF-Version mit passendem Empfänger – eine Kreiselstabilisierung. Im Einsteigermodus richtet sich das Modell bei losgelassenen Knüppeln selbst gerade aus, und Quer- und Längsneigung sind begrenzt. Im erfahrenen Modus steuerst du direkt; der Kreisel dämpft nur noch Böen und Turbulenzen. Für die ersten Flüge mit einem neuen Warbird ist der stabilisierte Modus eine gute Absicherung – ein Ersatz für Flugerfahrung ist er nicht.
Start (Beispiel: Corsair mit Spornrad)
- Gegen den Wind ausrichten, kleine Ruderausschläge (Low Rate) wählen.
- Laut Herstelleranleitung einer Corsair: Landeklappen halb ausfahren, das verkürzt den Start.
- Gas langsam auf etwa drei Viertel erhöhen und mit dem Seitenruder geradeaus lenken.
- Hebt sich das Heck, sanft am Höhenruder ziehen, bis das Modell abhebt.
- In der Luft das Fahrwerk einfahren, in sicherer Höhe die Klappen.
Landung
- Für die Landung Höhenruder auf große Ausschläge (High Rate) stellen – so steht es in der Corsair-Anleitung.
- Gegen den Wind anfliegen, im ganzen Sinkflug etwas Gas stehen lassen.
- Gas auf etwa ein Viertel, Landeklappen voll ausfahren – das Modell wird langsamer und sinkt steiler – und das Fahrwerk ausfahren, das bremst zusätzlich.
- Gas erst beim Abfangen kurz über dem Boden ganz wegnehmen.
- Bei Spornradmodellen wie der Corsair auf Rasen nach dem Aufsetzen das Höhenruder voll gezogen halten, damit sich das Modell nicht überschlägt. Bei Bugradmodellen wie der T-28 auf den Haupträdern aufsetzen und danach nicht zu viel ziehen, sonst hebt das Modell wieder ab.
- Am Boden keine engen Kurven – sonst schleifen die Flächenspitzen.
Die genauen Klappen- und Ruderwerte stehen in der Anleitung deines Modells. Wie du ein neues Modell vor dem Erstflug einstellst, erklärt der Ratgeber Modellflugzeug einstellen und Erstflug.
Registriernummer am Scale-Modell
Ab 250 g oder mit Kamera musst du deine Betreiber-Registrierungsnummer (e-ID) am Modell anbringen. Bei Nachbauten echter Flugzeuge erlaubt das Luftfahrt-Bundesamt, sie im Akkufach anzubringen, wenn sie sonst das Gesamtbild stört. Mehr zu den Regeln im Ratgeber Modellflugzeug fliegen: Regeln in Deutschland und zur Fernidentifizierung in Remote ID.