Die wichtigsten Begriffe
- Gleitzahl: wie weit ein Segler pro Meter Höhenverlust kommt. Gleitzahl 20 heißt: 20 m Strecke pro Meter Höhe in ruhiger Luft. Die Herstellerangabe meint meist die beste Gleitzahl, die der Segler bei einer bestimmten Geschwindigkeit erreicht.
- Sinkgeschwindigkeit: wie schnell der Segler in ruhiger Luft an Höhe verliert. Am geringsten ist sie bei einer anderen, etwas langsameren Geschwindigkeit als beim besten Gleiten. Ein schwererer Segler sinkt schneller, fliegt aber bei höherer Geschwindigkeit mit derselben Gleitzahl – er kommt genauso weit, nur schneller. Das ist gut bei Wind, aber schlechter in schwacher Thermik.
- Thermik: aufsteigende Warmluft über Flächen, die sich in der Sonne stärker erwärmen – die häufigste Art von Aufwind.
- Hangaufwind: Weht der Wind gegen einen Hang, wird die Luft nach oben abgelenkt. Der Segler kann davor stundenlang hin und her fliegen.
- Wölbklappen und Butterfly: Klappen an der Flügelhinterkante. In Butterfly- oder Krähenstellung (Querruder hoch, Wölbklappen runter) bremst der Segler stark ab – ideal für steile, kurze Landeanflüge.
- Klapppropeller: Beim Elektrosegler klappen die Propellerblätter bei abgeschaltetem Motor nach hinten an den Rumpf und bremsen im Gleitflug kaum.
Welcher Segler für den Einstieg?
| Art | Typisch | Für den Einstieg |
|---|---|---|
| Elektrosegler aus Schaumstoff | 1,2–2 m Spannweite, Motor, Höhen-, Seiten-, oft Querruder | die beste Wahl: Motor bringt dich jederzeit nach oben |
| Thermiksegler | 2–4 m, leicht, oft mit Wölbklappen | nach den ersten Erfahrungen; braucht Startmethode oder Motor |
| Hangsegler | robust, schneller, für Wind am Hang | nur mit Hang in der Nähe und erst nach etwas Übung |
| Wurfgleiter (DLG) | bis 1,5 m (im Wettbewerb höchstens 1,5 m und 600 g), sehr leicht, an der Flügelspitze geworfen | spannend, aber anspruchsvoll; Wurftechnik muss man lernen |
Wie du ein gutmütiges Modell erkennst und was RTF, BNF und PNP bedeuten, steht im Ratgeber RC-Flugzeug für Anfänger.
Startarten
- Elektromotor: Der Motor zieht den Segler auf Höhe, dann gleitest du. Der einfachste Weg.
- Handstart: Werfen aus der Hand – am Hang mit Wind von vorn, in der Ebene nur mit Motor oder als Wurfgleiter.
- Hochstart: Ein Gummiseil, am Boden verankert, wird ausgezogen und zieht den Segler wie einen Drachen nach oben.
- Winde oder Handschlepp: Ein Seil wird elektrisch aufgewickelt oder von Helfern gezogen – üblich im Thermik-Wettbewerb.
- Flugzeugschlepp: Ein Motormodell schleppt den Segler an einem Seil nach oben, typisch für große Scale-Segler im Verein.
Thermik finden
- Thermik entsteht, wenn sich der Boden ungleichmäßig erwärmt: über Feldern, Parkplätzen, hellen Flächen oder Waldrändern. Am stärksten ist sie an sonnigen Tagen mit Quellwolken.
- Ein Segler, der plötzlich steigt, einen Flügel anhebt oder unruhig wird, hat Thermik erwischt. Dann eng darin kreisen.
- Vögel, die ohne Flügelschlag kreisen, zeigen Thermik an.
- Thermik driftet mit dem Wind. Kreise mit und behalte im Blick, wie weit der Segler wegtreibt – er muss jederzeit gut sichtbar und steuerbar bleiben.
Hangflug: Aufwind und Gefahr hinter der Kante
Am Hang fliegst du in der Luft, die der Wind am Hang nach oben drückt. Gut geeignet sind Hänge, auf die der Wind möglichst senkrecht trifft, mit freier Fläche davor. Der Aufwind reicht je nach Hang bis zur zwei- bis dreifachen Hanghöhe hinauf.
Hinter der Hangkante (Lee) strömt die Luft nach unten und wird verwirbelt. Bei steilen Hängen und starkem Wind ist der Abwind so stark, dass ein Modell dort schnell zu Boden gedrückt wird. Flieg deshalb immer vor der Kante, nie dahinter – und lande nicht hinter dem Hang, wenn du die Strömung dort nicht kennst.
- Start: Segler gegen den Wind kräftig, waagerecht bis leicht nach oben vom Hang wegwerfen, Flügel waagerecht.
- Flugbahn: parallel zum Hang hin und her, Kurven immer vom Hang weg.
- Landung: auf der Hangkuppe oder unten am Hang – das Gelände vorher anschauen und planen. Auf der Kuppe kann es hinter der Kante turbulent sein: flach und mit etwas mehr Fahrt anfliegen.
Wettbewerbsklassen in Kürze
Im Luftsport-Weltverband FAI gibt es mehrere Segelflugklassen: F3J (Thermik, Start per Winde oder Handschlepp), F5J (Thermik mit Elektromotor, der höchstens 30 Sekunden laufen darf), F3K (Wurfgleiter), F3F (Speed am Hang) und F3B (Mehrkampf). Für den Einstieg brauchst du davon nichts – aber die Klassen zeigen, wohin die Reise gehen kann.
Recht
Für Segelflugmodelle gelten dieselben Grundregeln wie für alle Flugmodelle. Eine Besonderheit: In der offenen Kategorie dürfen Segelflugmodelle unter 10 kg Startmasse mehr als 120 m vom Boden unter ihnen entfernt sein, etwa am Hang über einem Tal – solange sie nie höher als 120 m über dir fliegen. Details im Ratgeber Modellflugzeug fliegen: Regeln in Deutschland.