So funktionieren die beiden Motoren
Im Brushed-Motor übertragen Kohlebürsten den Strom auf einen sich drehenden Kommutator, der die Spulen im richtigen Moment umpolt. Das ist einfach und billig, die Bürsten nutzen sich aber ab, erzeugen Reibung und Wärme. Ein Brushed-Motor hat zwei Anschlusskabel.
Beim Brushless-Motor übernimmt der Regler das Umpolen elektronisch. Es gibt keine schleifenden Teile außer den Kugellagern, deshalb ist der Wirkungsgrad höher und der Verschleiß gering. Brushless-Motoren haben drei Anschlusskabel und brauchen einen passenden Brushless-Regler.
Motor und Regler müssen zusammenpassen: Ein Brushed-Regler kann keinen Brushless-Motor betreiben und umgekehrt. Wer umrüstet, tauscht immer beides.
Die Unterschiede im Überblick
| Brushed | Brushless | |
|---|---|---|
| Preis | günstig | teurer, inklusive Regler |
| Leistung und Tempo | mäßig | hoch |
| Wirkungsgrad, Laufzeit | geringer | höher, längere Fahrzeit pro Akku |
| Wartung | Bürsten verschleißen | praktisch wartungsfrei |
| Feinfühligkeit bei Schritttempo | sehr gut | gut mit Sensor, sensorlos teils ruckelig |
| Kenngröße | Turns (Windungen) | kV-Wert (oft auch Turns bei 540er-Größe) |
| Anschlusskabel | 2 | 3 |
kV-Wert und Turns verstehen
Der kV-Wert gibt an, wie viele Umdrehungen pro Minute ein Motor je Volt ohne Last macht. Ein 3300-kV-Motor dreht an 7,4 V (2S-LiPo) also theoretisch rund 24.400-mal pro Minute. Höherer kV-Wert heißt mehr Drehzahl, bei gleicher Größe aber weniger Drehmoment je Ampere.
Turns (Windungen) sind die ältere Angabe, vor allem bei Bürstenmotoren und im Rennsport. Hier gilt umgekehrt: Mehr Turns bedeuten weniger Drehzahl und mehr Drehmoment. Crawler-Motoren haben deshalb oft viele Turns, Rennmotoren wenige.
Was Motor, Akku und Übersetzung zusammen an Tempo ergeben, rechnet der Geschwindigkeits- und Übersetzungsrechner für dich aus.
Sensorlos oder mit Sensor?
Ein sensorloser Brushless-Motor erkennt die Stellung des Rotors erst, wenn er sich dreht. Beim Anfahren aus dem Stand und bei sehr langsamer Fahrt kann er deshalb kurz stottern (Cogging). Für Basher und schnelle Fahrten spielt das kaum eine Rolle.
Ein Brushless-Motor mit Sensor (sensored) meldet die Rotorstellung über ein zusätzliches Sensorkabel an den Regler. Er läuft auch im Schritttempo sauber an. Für Crawler, die langsam über Steine klettern, und für Rennen ist das ein echter Vorteil.
Welcher Antrieb für welches Modell?
- Crawler und Scaler: Ein guter Brushed-Motor mit vielen Turns reicht für den Einstieg und lässt sich fein dosieren. Wer aufrüstet, nimmt einen Brushless-Motor mit Sensor.
- Basher, Monstertrucks, Buggys: Brushless lohnt sich hier fast immer – mehr Leistung, längere Laufzeit, kaum Wartung. Sensorlos reicht.
- Kinder und Einsteiger mit kleinem Budget: Brushed ist günstiger und langsamer, das schont Modell und Nerven.
- Rennen: Brushless mit Sensor; die Motorklasse schreibt meist das Reglement vor.
Umrüsten von Brushed auf Brushless
- Prüfen, ob Getriebe, Antriebswellen und Differenziale die höhere Leistung aushalten. Bei günstigen Modellen sind Kunststoffzahnräder oft das erste, was bricht.
- Motor und Regler als Set kaufen, passend zur Modellgröße (bei 1:10 meist die 540er-Bauform) und zur geplanten Akkuspannung.
- Ritzel passend wählen: Ein Brushless-Motor dreht deutlich höher, also eher mit kleinerem Ritzel beginnen und nach den ersten Fahrten die Motortemperatur prüfen.
- Akku anpassen: Brushless-Antriebe ziehen mehr Strom, der Akku braucht genug Dauerbelastbarkeit (C-Rate). Das prüfst du mit dem LiPo-Akku-Rechner.